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Kompakt, präzise und einbaufertig (12.03.2003)


Kompakte Linearachse mit allen Vorteilen der Kugelkette

 

Seit der Markteinführung vor 10 Jahren werden kompakte THK-Linearachsen vom Typ KR bereits weltweit in den unterschiedlichsten Anwendungen sehr erfolgreich eingesetzt. Die einbaufertige Kombination aus Linearführung und Kugelgewindetrieb bietet ein Höchstmass an Benutzerfreundlichkeit. Neu ist der Typ SKR mit der bewährten Kugelketten-Technologie und gleichen Anschlussmaßen wie der Typ KR.

Für den Konstrukteur stellt sich bei der Realisierung von linearen Bewegungen die grundsätzliche Frage, ob eine zugekaufte Systemlösung zum Einsatz kommen soll, oder ob Führung und Antrieb getrennt beschafft und in eine eigene Peripherie-Konstruktion integriert werden. Insbesondere bei geringem Einbauraum, oder auch wenn die eigentliche Kompetenz der Firma, wie z.B. in der Biotechnologie, nicht im Maschinenbau angesiedelt ist, wird gerne auf fertige Linearachsen zurückgegriffen. Und das mit gutem Grund, denn die Vorteile liegen auf der Hand.

Die Linearachsen vom Typ KR verfügen über eine zentral in den Führungswagen integrierte Kugelgewindetriebs-Mutter.



Bild 1: Illustration der Linearachse SKR mit integrierter Kugelkette

Die vier umlaufenden Kugelreihen sind in X-Anordnung unter 45° platziert, so dass Belastungen aus allen vier Hauptrichtungen gleichmäßig aufgenommen werden können. Die günstige Laufbahnkonfiguration in Kreisbogenform sorgt für einen minimalen Differentialschlupf. Hierdurch werden Schwankungen des Verschiebewiderstandes durch Belastungsänderungen auf ein Minimum reduziert, somit können hochpräzise Positionieraufgaben zuverlässig realisiert werden. Mit diesem extrem kompakten Aufbau präsentiert sich die Linearachse als einbaufertige und hochqualitative Lösung. Der Aufwand für eine Eigenkonstruktion mit Linearführung und separater Lagerung des Kugelgewindetriebes ist vergleichsweise hoch und wird in Bild 2 verdeutlicht.

Bild 2: Kompakter Aufbau der Linearachse KR im Vergleich

Neben dem Zeitfaktor für diesen konstruktiven Aufwand sind in einer Vergleichsrechnung noch weitere Aspekte zu berücksichtigen. So wird durch den Einsatz einer Linearachse die Menge der Bauteile reduziert, die mit separat angefertigten Einzelteil-Zeichnungen jeweils zugekauft oder gefertigt werden müssten. Dies bedeutet ebenfalls einen höheren Aufwand für den Einkauf und die Arbeitsvorbereitung. Auch die Montage einer individuellen konstruktiven Lösung gestaltet sich erheblich zeit- und damit auch kostenintensiver.

Präzision leichtgemacht

Ein weiterer, wichtiger Gesichtspunkt bei der Auswahl ist die geforderte Endgenauigkeit des Linearsystems. Während diese bei einer Eigenkonstruktion mit aufwändiger Justierarbeit verbunden ist, stehen bei den KR-Achsen verschiedene Präzisionsklassen als einbaufertiges System zur Auswahl. So kann eine wirtschaftlich vernünftige und der Anwendung angemessene Genauigkeit sichergestellt werden. Die Positioniergenauigkeit der KR-Achsen beträgt bis zu 20 µm, die Wiederholgenauigkeit bis zu +/- 3 µm. Durch die hohe Eigensteifigkeit des Stahlprofils werden hierbei nur geringe Anforderungen an die Genauigkeit der Montageflächen gestellt, was wiederum einen geringen fertigungstechnischen Aufwand bedeutet. Je nach Präzisionsklasse kommen in den Achsen gerollte oder geschliffene Kugelgewindetriebe mit Steigungen von 1 bis 25 mm zum Einsatz. Die Achsen gibt es in vielen Baugrößen und Ausführungen, beispielsweise mit unterschiedlichen Wagenlängen und der Option, zwei Wagen in einer Achse einzusetzen. Die neue Miniaturachse KR15 rundet das Spektrum der Baugrößen nach unten ab.

Bild 3: Miniaturlinearachse KR15 mit extrem kompakten Abmessungen

 

Mit einem Querschnitt von nur 30 x 15 mm bietet die KR15 Steifigkeit und höchste Präzision auf engstem Raum. Die Ausführung in korrosionsbeständigem Stahl ermöglicht den Einsatz auch bei ungünstigen Umgebungsbedingungen. Von dieser kleinsten Baugröße 15 bis zur größten Ausführung KR65 stehen insgesamt neun Baugrößen zur Verfügung. Ein umfangreiches Zubehörprogramm ist optional erhältlich. So sind Faltenbalg oder Blechabdeckung zum Schutz der Achse vor Verunreinigungen verfügbar, Kupplungen und Flansche erleichtern den Anschluss eines Motors, und Sensoren mit passenden Schaltwinkeln nebst Befestigungsschiene dienen als Endschalter.

Linearachse mit Kugelkette

Neuestes Mitglied in der Produktfamilie der kompakten Linearachsen ist die Baureihe SKR mit integrierter Kugelkette. Hierbei werden die Wälzkörper durch Kunststoffketten voneinander getrennt und kontrolliert durch den Umlauf geführt. Die Kugelkettentechnologie verleiht der Kompaktlinearachse überragende Laufeigenschaften und ermöglicht höhere Verfahrgeschwindigkeiten. Da neben der Führungseinheit auch der Kugelgewindetrieb mit der Caged Ball Technologie ausgerüstet ist, wird zudem eine geringe Schwankung des Drehmomentes erzielt. Aufgrund der Kugelkette sind die Wälzkörper stets von einem Schmierfilm umgeben. Daher ist ein wartungsfreier Betrieb möglich, insbesondere in Kombination mit dem Langzeitschmiermodul QZ zur permanenten Minimalmengenschmierung. Zusätzlich reduziert die integrierte Kugelkette die Belastung der Umwelt durch Geräusch- und Partikelemissionen.

Hochpräzise Roboter

Die in den letzten Jahren steigende Miniaturisierung von mechanischen, elektronischen, optischen und anderen Komponenten führt zu einem wachsenden Bedarf an hochgenauen Montagesystemen. Die SPI GmbH mit Sitz in Oppenheim entwickelt und baut Highend-Präzisionsroboter für Montageaufgaben im Mikrometer-Bereich und setzt seit Jahren für die Aktorik Linearachsen von THK ein. Die Achsen können entweder mit Schrittmotoren oder mit Servoantrieben bestückt werden und sind für hochgenaue Operationen ideal geeignet. Die hohe Steifigkeit ermöglicht einen Aufbau von komplexen motorisierten Greiferkomponenten oder Dispensereinheiten in Kombination mit Sensoren oder Videomikroskopen. Die Antriebe sind mit geringem Aufwand mit Glasmaßstäben der Firma Heidenhain oder anderer Hersteller zu verbinden, so dass geregelte Positionieraufgaben im Mikrometerbereich realisiert werden können. Bei Schrittmotorantrieben wird eine Inkrementierung bis zu 20 nm erreicht. Die Verfahrgeschwindigkeiten liegen hier bei maximal 250 mm/s bei Schrittmotoren und 500 mm/s bei Servoantrieben. Die Aktorik dieser hochpräzisen Roboter wird in der Regel als Portalsystem aufgebaut, welches relativ einfach zu montieren ist. Die Grundachsen werden durch zwei synchron operierende Antriebe realisiert, die auf einer extrem planen Granitbasis aufliegen. Das Anwendungsbeispiel in Bild 4 kann Flüssigkeitsmengen im Picoliterbereich dispensieren.

Bild 4: Dispensierroboter von SPI mit KR-Einheiten von THK

Montagegenauigkeiten im Mikrometerbereich sind ohne Unterstützung von Bildverarbeitung nicht zu realisieren. Die Systeme von SPI sind deshalb grundsätzlich mit Videomikroskopen ausgerüstet, die eine sehr flexible Steuerung der Montageleistung durch Bildverarbeitung ermöglichen. Das heißt, alle selbst entwickelten Greifersysteme sind so konstruiert, dass ein oder mehrere Videomikroskope in den Greifer integriert sind, die das Werkstück kontinuierlich ganz oder teilweise während des Prozessablaufes visualisieren und damit für die Bildverarbeitung bereitstellen. Gleichzeitig müssen auch die Strukturen am Montageort mikroskopisch aufgelöst, und bildverarbeitungstechnisch mit den Strukturen auf dem Werkstück in Übereinstimmung gebracht werden. Für diese Aufgaben hat SPI ein spezielles Videomikroskop (TIMM „Technisch Industrielles Miniatur Mikroskop") entwickelt, das durch seine kleine Bauform, durch sein geringes Gewicht und durch seine hohe optische Leistung für den Einsatz in der Robotik sehr gut geeignet ist. Es kann sehr leicht in Greifer integriert und zur Prozessvisualisierung und damit zur bildverarbeitungstechnischen Erfassung mikroskopischer Strukturen eingesetzt werden und ist das entscheidende Instrument für einen bildverarbeitungsgeführten Montageablauf. Solche hochpräzisen Montageanlagen sind beispielsweise bei renommierten Industrieunternehmen wie Agilent, Olympus und Siemens im Einsatz.

Weitere typische Anwendungsgebiete für diese Linearachsen sind Scanner, Analysegeräte, Bestückungsautomaten, Chipkartenproduktion, Präzisions-Schneid- und Graviermaschinen, Medizintechnik, Handhabung und der allgemeine Maschinenbau. Im Zuge gemeinsamer Entwicklungsprojekte sind auch kundenspezifische Lösungen möglich. So werden bei THK komplette Kreuztische aus KR-Einheiten aufgebaut, die als komplexe Baugruppen einbaufertig an die Kunden geliefert werden. Bei vielen langjährigen und zufriedenen Kunden stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage „Make or buy" schon lange nicht mehr.